Warum kann ich an der Schnellladesäule nicht die volle Ladeleistung nutzen?

Mann betankt Elektroauto an einer EWE Go Schnellladesäule mit Strom.

Vielleicht ist es Ihnen als Elektroauto-Fahrer*in selbst passiert, vielleicht haben Sie auch nur davon gehört: Sie schließen Ihr E-Auto unterwegs an eine Schnellladesäule an – zum Beispiel den Hypercharger von EWE Go. Hier hat die App Ihnen im Voraus eine maximale Ladeleistung von 150 kW angegeben. Doch sobald Sie das Elektrofahrzeug laden möchten, wird Ihnen eine geringere Ladeleistung, beispielsweise nur 75 kW oder sogar deutlich weniger, angezeigt. Warum? Das erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Diese Ladeleistungen bietet der Hypercharger

Zunächst einmal Grundlegendes zum Hypercharger von alpitronic. Die Schnellladesäule ermöglicht je nach Konfiguration eine Ladeleistung von 75 kW bis 300 kW und verfügt als öffentliche Ladestation in der Regel über zwei DC-Schnellladepunkte. Doch auch, wenn die Ladesäule grundsätzlich auf 150 kW konfiguriert ist – und dies also in der App oder auf Ihrer Karte so angegeben ist –, stehen diese nicht unbedingt für Ihren Ladevorgang zur Verfügung. Das Batteriemanagementsystem Ihres Elektrofahrzeugs stellt die Ladeleistung selbst so ein, dass sie Ihnen das optimale Ergebnis liefert und der Akku geschont wird.

Was manchmal behauptet wird: Die in der App angegebene Ladeleistung beziehe sich auf beide Ladepunkte und müsse also durch zwei geteilt werden. Das ist bei den Ladesäulen von EWE Go definitiv nicht korrekt. In der App und auf unsere Karte wird stets die maximal mögliche Ladeleistung aufgeführt – die jedoch vom Fahrzeugtyp abhängig und daher nicht immer nutzbar ist.

Darüber hinaus sind bei den DC-Ladesäulen teils 200-Ampere-Ladekabel, teils 400-Ampere-Ladekabel verbaut. In Kombination mit der Batteriespannung des Fahrzeugs variiert dementsprechend die Ladeleistung.

So legt Ihr Elektroauto die Ladeleistung fest

Wie viel Ladeleistung Ihr E-Auto bei einem konkreten Ladevorgang zulässt, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Außentemperatur: Vor allem bei Temperaturen unter 15 Grad kann nicht die volle Ladeleistung abgerufen werden. Das Elektrolyt in der Batterie ist bei Kälte zähflüssiger und dementsprechend haben die Ionen es schwerer, dieses zu durchdringen.
  • Temperatur des Akkus: Ist der Akku gerade „kalt“, weil er zuvor keine längere Strecke gefahren wurde, kann das Batteriemanagementsystem die Ladeleistung zum Schutz der Batterie reduzieren.
  • Ladezustand des Akkus: Je voller der Akku bereits geladen ist, desto mehr wird die Ladeleistung gedrosselt, um eine Überladung zu vermeiden. Um dies zu verdeutlichen, hilft folgende Vorstellung: Je voller ein Raum mit Menschen ist, desto schwerer haben es die nachfolgenden, den Raum zu betreten.
  • Batteriespannung des Fahrzeugs: Beträgt die Batteriespannung Ihres E-Autos (bei nahezu leerem Akku) 360 V – wie beim Audi etron – ergibt sich bei einer Stromstärke von 200 Ampere eine Ladeleistung von 360V x 200A = 72kW. Beim Porsche Tycan mit einer Batteriespannung von 800V ergibt das bei einem 200A-Ladekabel eine Ladeleistung von 160kW, da die max. Ladeleistung bei 150 kW liegt, stehen 150 kW zur Verfügung. Je höher also die Batteriespannung Ihres Elektrofahrzeugs, desto höher die Ladeleistung.

Unsere Tipps für effizientes Laden

Sie sehen: Dass Sie Ihr Elektroauto auch an einer Schnellladesäule nur mit reduzierter Ladeleistung laden können, kann aufgrund verschiedener Gegebenheiten vorkommen. Mit diesen Tipps sorgen Sie für einen möglichst effektiven Ladevorgang:

  • Laden Sie Ihr Elektroauto möglichst mit „warmer“ Batterie, also wenn Sie schon eine Weile gefahren sind.
  • Je leerer der Akku Ihres Autos, desto schneller geht der Ladevorgang.
  • Lassen Sie das E-Auto vorm Ladevorgang möglichst nicht lange draußen stehen.

Sie sind noch kein Kunde bei EWE Go? Hier kommen Sie zu unserer Mobility Card.

21.09.2022 | Ladesäulen