GSG Oldenburg und WAYDO installieren erste Stromtankstelle

Die GSG OLDENBURG freut sich sehr über das gemeinsame Pilotprojekt „Ladelösungen für Elektrofahrzeuge für Mehrfamilienhäuser“ gemeinsam mit der Firma WAYDO einer 100% Tochter der EWE AG. Das Unternehmen bündelt Wissen, Produkte und Services rund um Mobilität – der Schwerpunkt liegt dabei auf dem elektrischen Fahren. WAYDO entwickelt und vertreibt individuelle Mobilitätskonzepte für Privatkunden und Unternehmen umso den Zugang zur Elektromobilität zu erleichtern. WAYDO betreibt darüber hinaus rund 800 öffentliche Ladepunkte und betreibt somit das flächendeckendste Stromladenetz im Nordwesten.

Am Standort Nettelbeckstrasse wurde diese Woche die erste KEBA Wallbox installiert. In Zusammenarbeit mit der EWE Netz wurde hier eine Lösung
entwickelt, die die Möglichkeit bietet bis zu sechs Wallboxen nachträglich zu installieren ohne einen neuen Netzanschluss zu realisieren. Grundsätzlich können damit alle Mieter/innen der GSG OLDENBURG vor Ort die Wallbox nutzen. Es handelt sich im Rahmen des Projektes um keinen öffentlichen Ladepunkt.

Vorausgegangen war eine Befragung mit dem Titel „Elektromobilität in der Wohnungswirtschaft“ bei Mieter/innen der GSG OLDENBURG und hier schwerpunktmäßig bei Stundenten/innen und Berufseinsteigern/innen in Osternburg, Wechloy und Kreyenbrück an der sich 131 Personen beteiligten. 44% der Befragten gaben bei der Befragung an einen eigenen Pkw zu besitzen. Das Fahrrad erreichte mit 95% den bereits erwarteten Spitzenwert. Bis zu 89% der Befragten gaben zudem an, regelmäßig den ÖPNV zu nutzen.

Die Befragung setzte darüber hinaus den klaren Schwerpunkt auf Car-Sharing. Gefragt wurde daher nach der Bekanntheit von entsprechenden Anbietern und
nach dem Nutzungsgrad. Dieser lag verteilt auf 5 Anbieter gerade einmal bei 10%. Auf die Frage, ob eine Mobilitätspauschale oder die Gebühr zur Nutzung
eines Sharing-Angebotes für Mieter/innen von Interesse sein könnte, gab es dabei ein sehr interessantes Ergebnis. 66% der Befragten bevorzugen eine Gebühr zur Nutzung eines Sharing-Angebotes. Im ersten Blick ein klares Votum in Richtung der aktuell bekannten Car-Sharing-Modelle.
Darüber hinaus messen allerdings 47% der Befragten einer Mobilitätspauschale einen hohen bis mittleren Mehrwert bei, sofern die Fahrzeuge ausschließlich der Mieterschaft zur Verfügung ständen. Bei einer Öffnung für Personen außerhalb der Gebäude sinkt der Mehrwert gleich auf 31%. Im Fazit kann also festgestellt werden, dass die Mieter/innen sich eine engere Bindung an die zur Verfügung gestellten Fahrzeuge wünschen. Auch wenn Sie einer Pauschale noch leicht skeptisch gegenüberstehen, so soll das Angebot weiter forciert werden. Die GSG OLDENBURG steht daher mit Car-Sharing-Anbietern im Gespräch, um in der Stadt Standorte für derartige Angebote zu finden. Vielleicht könnte hier in Zukunft auch ein Angebot im Rahmen der neuen Ladesäule an der Nettelbeckstrasse von Interesse sein.

Das Verteilnetz für den Markthochlauf der Elektromobilität zu rüsten erfordert Maus zufolge genaue Kenntnisse über die Qualität und Verteilung der Ladeinfrastruktur sowie das Ladeverhalten ihrer Nutzer. Diesbezüglich Erkenntnisse zu gewinnen sei ein wesentlicher Grund dafür, die Fahrzeugflotte von EWE NETZ mit zunächst 19 Fahrzeugen zu elektrifizieren und eine „hauseigene“ Ladeinfrastruktur aufzubauen. „Es geht zum Beispiel darum, herauszufinden welche so genannten Netzrückwirkungen entstehen, wenn an einem Standort zehn Elektrofahrzeuge gleichzeitig zehn Wallboxen nutzen. Darüber hinaus möchten wir die Alltagstauglichkeit von elektrischen Flottenfahrzeugen in Bezug auf Reichweiten und Ladezeiten genauer testen“, so Maus.

Jürgen Krogmann erklärte, das Projekt unterstütze die Bemühungen der Stadt Oldenburg in Sachen Klimaschutz und Elektromobilität: „Wir haben bereits 2016 die ersten Elektrofahr-zeuge in unseren Fuhrpark aufgenommen und damit gute Erfahrungen gemacht. Außerdem wird derzeit eine E-Mobilstation in Oldenburg konzipiert, die auch Pedelecs und E-Lastenfahrräder integriert. E-Mobilität soll für alle Bürgerinnen und Bürger sichtbar und nutzbar werden“, sagte der Oberbürgermeister.

„Um den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobile strukturiert zu unterstützen und voranzubringen, ist ein gesamtstädtisches Elektromobilitätskonzept in Arbeit“, blickte Krogmann voraus. Längerfristig werde auch das Thema E-Mobilität auf Brennstoffzellen-basis (Wasserstoffautos) für Oldenburg eine große Rolle spielen. „Auch hier arbeiten wir mit EWE bereits eng zusammen“, so der Oberbürgermeister.

Dr. Urban Keussen ordnete das Thema Elektromobilität und das Projekt der EWE NETZ ein in das Gesamtengagement des EWE Konzerns in Bezug auf zukunftsgerichtete Mobilitätslösungen: „EWE NETZ beschäftigt sich hier mit einer wesentlichen Frage der batteriebetriebenen Elektromobilität, nämlich wie den veränderten Belastungen des Verteilernetzes, die diese hervorruft, zu begegnen ist.“ Mit Blick auf gesteckte Klimaschutzziele berge der Verkehrssektor großes Potenzial, das es auszuschöpfen gelte. Dabei habe die batteriebetriebene Elektromobilität besondere Vorteile, da sie Erneuerbare Energien direkt nutzen könne.

EWE betrachte die mobile Zukunft zudem ganzheitlich: Mit der EWE-Konzerntochter WAYDO GmbH habe EWE speziell seine Aktivitäten im Bereich des batterieelektrischen Antriebs in eine eigene Gesellschaft ausgelagert. Sie baue insbesondere im Heimatmarkt eine flächendeckende Ladeinfrastruktur auf und sei ebenso – auch bundesweit – Dienstleister für Mobilitätskonzepte.

„Neben dem batterieelektrischen Antrieb fokussieren wir uns auf die Anwendung von Wasserstoff. Er ist – im Sinne der Sektorkopplung – in allen Bereichen und so auch in der Mobilität einsetzbar. Wasserstoff ist zudem durch Windkraft regional und emissionsfrei herstellbar, lässt sich vor Ort (in Kavernen) speichern und sichert damit eine regionale Wertschöpfung“, sagte Keussen.

Die klassischen Verbrennerfahrzeuge stehen Keussen zufolge mehr denn je auf dem Prüfstand, da die Einhaltung von Emissionsgrenzen und drohende Fahrverbote eine
immer größere Rolle einnehmen. „EWE will hier unterstützen, und zwar mit nachhaltigen Mobilitätskonzepten“, so Keussen.