Keine Angst vor zu kurzer Reichweite

E-Autos meistern die gefahrenen Durchschnittsstrecken locker

Auto auf Straße

Der Klimaschutz ebenso wie die zunehmende Verknappung fossiler Brennstoffe bei einem gleichzeitig hohen Mobilitätsbedarf erfordern neue Lösungen und alternative Antriebe. Elektrofahrzeuge können einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz und zur Emissionsvermeidung leisten. Und so formiert sich Schritt für Schritt aktuell ein junger, noch kleiner Markt.

Laut dem Verband der Automobilindustrie steht den Kunden dennoch in keinem anderen Land eine solche segmentübergreifende Vielfalt der Elektrofahrzeuge zur Auswahl. Deutsche Automobilhersteller alleine bieten bereits 38 Modelle an, mit ausländischen Herstellern gibt es auf dem Markt mehr als 70 Modelle. Zusätzlich dazu gibt es ein breites Förderangebot von Bund, Ländern, Städten, Gemeinden und der Industrie mit dem der Übergang zu einem E-Fahrzeug erleichtert werden kann.

Einer der ausschlaggebenden Faktoren, die potentielle Fahrer vom Kauf eines Elektroautos abhält, ist die so genannte „Reichweitenangst“. Damit verbunden ist die Sorge, keine Steckdose oder Ladestation zu finden, wenn das Fahrzeug nur noch einen geringen Batteriestand besitzt und schlichtweg liegenzubleiben. Hier lohnt definitiv ein Blick in das Fahrverhalten der Deutschen. Die mittlere Betriebszeit pro Pkw und Tag liegt bei ca. 45 Minuten, dies sind nur drei Prozent der Gesamtzeit eines Tages. Im Mittel werden knapp zwei Fahrten und 30 Kilometer pro Tag zurückgelegt. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur von Februar 2019. Dabei schaffen E-Autos mit voller Batterie locker eine Strecke bis zu 300 Kilometern. Entsprechend kommt auch der ADAC zu dem Schluss, dass „wenn der e-Autofahrer am oder in der Nähe des Wohnorts laden kann, zumindest die Alltagsreichweitenangst keine Berechtigung mehr hat.“

Und was ist, wenn man doch eine etwas längere Strecke plant? Auch hier brauchen e-Autofahrer keine Angst zu haben, dass es viel Planung und vorausschauendes Denken benötigt, um geeignete Ladestationen ausfindig zu machen. Die Infrastruktur wird auch dank innovativer Unternehmen und Kooperationen stetig ausgebaut. Und um eine Ladestation in der Nähe zu finden, braucht es in den meisten Fällen nicht viel mehr als die passende App und eine Powerbank fürs Handy.

Wen dennoch ein mulmiges Gefühl beschleicht, wenn er mit dem e-Auto unterwegs ist, für den gibt`s hier außerdem noch einige „Sofort“-Tipps, um garantiert ans Ziel zu kommen:

  1. Energiesparmodus

Gerade für E-Fahrer, deren Kurzstrecke größtenteils durch die Stadt führt, lohnt es sich, den Eco-Modus einzuschalten. Bei schnellerer Fahrtgeschwindigkeit, etwa auf der Autobahn, sollte der Eco-Modus dagegen eher ausgestellt werden. Im Winter zudem sorgt der Energiesparmodus für eine reduzierte Heizleistung. Dabei wird statt des kompletten Fahrgastraums nur die energiesparendere Sitzheizung oder die Lenkradheizung in Anspruch genommen.

  1. App fürs Streckenprofil

Um der Reichweitenangst den Kampf anzusagen, gibt es diverse Apps mit denen E-Fahrer ihre Arbeitsstrecke im Vorfeld planen können. Statistiken geben über Reichweite, Füllstand und Energieverbrauch Auskunft. Für diejenigen, die bereits einen Stromer fahren, ist die App insofern praktisch, als dass sie die Ladeinfrastruktur auch über die deutsche Landesgrenze hinweg anzeigt. Ein weiteres nützliches Tool für alle, die sich fragen, wie weit sie mit ihrem gewünschten Elektroauto kommen würden, ist der Reichweitenrechner. Hier werden Parameter wie Fahrstil, Außentemperatur und Geschwindigkeit berücksichtigt, um so die voraussichtliche Reichweite zu kalkulieren.

  1. Reifendruck

Auch kleinere Tricks wie die Erhöhung des Reifendrucks tragen dazu bei, zusätzliche Kilometer zurückzulegen. Der ideale Reifendruck ist gerade bei e-Autos entscheidend für die Reichweite. Dies hängt mit dem Rollwiderstand zusammen. Ein zu niedriger Reifendruck führt zu einer übergroßen Aufstandsfläche. Gerade bei Elektroautos ist jedoch ein geringer Rollwiderstand wichtig, denn ihre Energiespeicher verfügen derzeit noch über eine begrenzte Kapazität. Elektrofahrzeugbesitzers sollten deshalb auch in einen mobilen Reifendruckprüfer investieren. Damit lässt sich der Luftdruck flexibel und in kurzen Intervallen prüfen und korrigieren.